Der Ausgangspunkt für den syrischen Bürgerkrieg war der "Arabische Frühling", der zur Jahreswende 2010/2011 Themen an die politische Oberfläche gespült hatte, die in den arabischen Autokratien – ob pro- oder anti-westlich – lange tabu waren. Die Demonstranten forderten die Achtung der Menschenwürde, Freiheiten, Rechtsstaatlichkeit sowie soziale und wirtschaftliche Perspektiven.
"In Syrien herrscht seit über 40 Jahren eine Diktatur. Syrien wird von einer einzigen politischen Partei beherrscht, der Baath-Partei. Seitdem gab es nur zwei Herrscher, die zur gleichen Familie gehören: Bis zum Jahr 2000 herrschte Hafez al-Assad. Als er im Jahr 2000 starb, ging die Macht an seinen Sohn Bashar al-Assad über. Er regiert bis heute. Alle anderen Parteien sind der Baath-Partei untergeordnet. Die Baath-Partei ist die einzige Partei mit Macht und Einfluss in Syrien. Deswegen wird auch von einem Einparteienstaat gesprochen.

Die Assad-Familie gehört der Glaubensrichtung der so genannten Alawiten an. Die Alawiten sind in Syrien allerdings in der Minderheit. Doch seit die Assad-Familie an die Regierung kam, genossen die Alawiten in Syrien sehr viele Sonderrechte.

Die Mehrheit der Bevölkerung wurde hingegen unterdrückt. Menschen wurden verschleppt, eingesperrt, gefoltert und getötet. Viele litten Hunger und Armut. Sie kämpften ums Überleben. Deswegen war ein Großteil der Bevölkerung in Syrien unzufrieden mit der Regierung. Doch wer sich öffentlich gegen die Regierung äußerte, lief Gefahr, ins Gefängnis gebracht zu werden. Viele Syrer sehnten sich nach mehr Freiheit, Demokratie und besseren Lebensbedingungen.

2011 gingen schließlich viele Menschen auf die Straße, um gegen Assad und die schlechten Lebensbedingungen in Syrien zu protestieren. Als Assad die gewaltfreien Demonstrationen mit brutaler Gewalt niederschlug, gründete sich die Freie Syrische Armee. Sie begann mit Gegengewalt gegen Assad zu kämpfen.

Mittlerweile möchte eine Vielzahl bewaffneter Gruppen, die teilweise vom Ausland unterstützt werden, in Syrien die politische Macht erringen. Sie führen gegen Assad, aber auch gegeneinander Krieg." (Quelle: http://www.frieden-fragen.de/aktuelle_kriege/krieg_in_syrien/warum_gibt_es_einen_konflikt_in_syrien.html)

Der Syrien-Konflikt ist weiter eskaliert – und hat mehr als 200.000 Menschenleben gefordert. Über 9 Mio. – fast die Hälfte der Bevölkerung – sind auf der Flucht. Neben dem syrischen Regime ist der "Islamische Staat" zur stärksten Kraft geworden. Dagegen schrumpft das Territorium gemäßigter Gruppen.

Die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) begeht weiterhin unvorstellbare Gräueltaten und systematische Menschenrechtsverletzungen in Syrien und im Irak. Rund acht Millionen Menschen werden vor die Wahl gestellt, sich „zu assimilieren, zu fliehen oder dem sicheren Tod entgegenzublicken“, schildert Ben Emmerson, UN-Sonderberichterstatter für Terrorismusbekämpfung und Menschenrechte. "Zusammenfassend kann man die Verbrechen des IS unter den Begriffen Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen und weit verbreitete systematische Angriffe auf die Zivilbevölkerung bezeichnen", so Emmerson weiter.

Weitere Informationen:
http://www.bpb.de/internationales/weltweit/innerstaatliche-konflikte/54705/syrien

http://mediendienst-integration.de/migration/flucht-asyl/syrische-fluechtlinge.html

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