Brief eines Asylbewerber aus Äthiopien, der seit 14.05.2014 in Rednitzhembach lebt.

tesfay sagt dankeWir Menschen erscheinen in dieser Welt und kurzfristig danach verschwinden wir wieder. Bevor wir diese Welt wieder verlassen, bauen wir Identitäten auf der Basis von Sprache, Hautfarbe und Religion auf, um uns von anderen zu unterscheiden. Wir alle aber haben den selben Grundstock, welcher aussagt, dass wir diesbezüglich alle gleich sind.

Zum Beispiel, dass wir Gefühle für andere empfinden.

Normalerweise mögen wir gerade die Leute, die auch uns mögen. Wir wünschen den Menschen Gutes, die es auch uns wünschen. Es fällt auch unter „menschliches Verhalten“, die Menschen zu bevorzugen, die einem ähnlich sind.

Das oben Erwähnte ist die hauptsächliche menschliche Natur.

Wir sehen Menschen, die anderen unterstützend unter die Arme greifen, ohne Vorbehalt bezüglich Identität und Herkunftsland.

Wie auch immer, dies fällt unter Nächstenliebe und bezieht sich vorrangig auf materielle Unterstützung.

Meine Erfahrung in Rednitzhembach war anders. Ich durfte hier eine breitgefächerte bedingungslose Zuneigung erfahren, freundliche Gefühle anderen gegenüber, egal ob unterschiedliche Religion, Hautfarbe oder Identität.

Mein erster Tag im Rathaus, jeder hat mir das Gefühl gegeben, willkommen zu sein.

Mein Freund und ich empfanden das Gleiche.

Wir sprachen danach über die freundlichen Gesichter der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und fühlten uns wie zu Hause.

Am nächsten Morgen kamen Leute vom Helferkreis zu uns. Sie informierten uns, wo wir hin müssen und wen wir kontaktieren sollen. Sie fragten uns, ob wir etwas benötigen. Ich kann nicht alles aufzählen, was diese Menschen für uns getan haben. Am wichtigsten scheint es mir zu erwähnen, dass die Zuneigung, welche von ihnen ausgeht bedingungslos ist, was man in ihren Augen lesen und
in ihrem Lächeln sehen kann. Sie zeigen Mitgefühl und wahre Zuneigung. Sie lesen in unseren Augen und teilen unsere Gefühle, egal in welche Richtung sie gehen.

Es wirkt als: „Alles ist eins, und eins ist alles“, das ist ihr Arbeitsprinzip.

Dieses Verhalten ist der Grund sofortiger Zufriedenheit der Asylbewerber.

Dies spielt eine große Rolle im Hinblick darauf, mehr positive globale Energie entstehen zu lassen. Diese Herzen voller Liebe tragen viel dazu bei, unsere Welt in eine bessere zu verwandeln. Ich persönlich sehe dies als den Schlüssel zu einer besseren Zukunft, durch diese selbstlosen Menschen.

Dafür möchte ich „DANKE“ sagen.

S. G. Tesfay (Master public policy)
im Dezember 2014

 

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